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Vereinschronik von 1990

1130 wurde Bamlach erstmals urkundlich erwähnt. Die Gründung selbst geht auf die Kelten zurück, die Bamlach den Namen gaben, der übersetzt Bergwasser heißt. Der Ort liegt am Berg und die vielen Brunnen zeugen heute noch vom Wasserreichtum. Die bewegte Geschichte des Dorfes mit den verschiedenen Patronsrechten ging mit den Rotbergs, die über 500 Jahre Herren des Ortes waren, in Beständigkeit und dann Selbständigkeit über.
Als Ortsteil von Bad Bellingen ist Bamlach heute ein bekannter Erholungsort abseits von Lärm mit vielen Sehenswürdigkeiten. Ein Schmuckstück ist die am Golfplatz gelegene Kapelle "Maria Hügel", von der aus man einen herrlichen Ausblick über die Rheinebene, die Vogesen, den Schweizer Jura und die fernen Alpen hat.

Bamlach ist im Sport durch den Radfahrverein „All Heil“ weit über die Region hinaus bekannt geworden. Der Verein kann auf 85 Jahre Geschichte zurückblicken, in denen die beiden Kriege tiefe Einschnitte hinterließen.
Einerseits gehörte sicherlich viel Mut dazu, in dem kleinen Dorf im November 1905 den Radfahrverein „All Heil“ Bamlach zu gründen. Andererseits war es die Zeit des Aufbruchs in der Gesellschaft. Die Vereinsgründung erlaubte jungen Leuten, sich gesellschaftlich einzubringen, aktiv zu werden und in das Gemeindeleben Einfluss zu nehmen. Die Bestimmungen waren straff geregelt, genau bestimmend und ordnend. Die Vereine prägten das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Gemeinde.

Der Zweck des Vereins ist „die praktische Verwertung des Radfahrens durch Veranstaltung von Übungs- und Vergnügungsfahrten“ und „geselliges Zusammenwirken in Anlehnung an Vereine gleicher Richtung“. Dem ersten Vorstand gehörten an: Adolf Hugenschmidt, Markus Fräulin, Ernst Gilgin und Franz Fräulin. Es galt ein Eintrittsgeld von einer Mark zu zahlen und der monatliche Beitrag betrug 10 Pfennige. Beim unentschuldigten Fernbleiben von Aktivitäten des Vereins mussten 20 Pfennige in die Vereinskasse bezahlt werden. Aufnahme und Ausschluss von Mitgliedern wurden in den jeweiligen Versammlungen geklärt, die häufiger stattfanden. Für den Fall einer Auflösung des Vereins wäre das Vermögen der Schule und somit den Schulkindern zugeflossen.

Alsbald kamen Mitglieder aus Bellingen, Rheinweiler und dem Elsass hinzu. Versammlungen wurden abwechselnd im „Bahnhöfle“ in Rheinweiler und dem „Storchen“ in Bamlach abgehalten. Von Ausfahrten an Korsofeste in Kandern, Istein und Staufen wird berichtet. Auch konnten Vereinsmitglieder an Radrennen teilnehmen. 1930 fand ein Straßenrennen, Bamlach-Müllheim-Bamlach statt. Mit den Rädern wurde zu den Festen gefahren und auch zurückgekehrt. Die Teilnahme an Blumenkorsofesten war der Hauptzweck des Vereins, förderte er doch die Gemeinschaft am stärksten. Dem aktiven Rennsport jedoch machte der Krieg ein jähes Ende.

Ende der 40er Jahre begannen Radsportbegeisterte in RV Bamlach wieder mit dem Beleben des Vereines. Das Bezirksfest anlässlich des 50 jährigen Bestehens des Vereins ist noch in guter, lebendiger Erinnerung. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um den großen farbenprächtigen Blumenkorsoumzug der sich durch die Hauptstraße bewegte, zu sehen. Der Verein zählte 45 Mitglieder die unter dem Vorsitz von Franz Müller ein reges Vereinsleben gestalteten. Auch durch Theateraufführungen war der Verein im Gemeindeleben sehr aktiv. Nach einer Flaute in den 60er Jahren kam 1972 wieder Bewegung in den Verein. Unter dem neuen Vorstand Viktor Höferlin wurden das Korsofahren und er Rennsport gefördert.

In Ort wurde 1975 erstmals ein Schüler- und Jugendtag veranstaltet. Insbesondere die Mädchen konnten schöne Erfolge erzielen. Es entstand eine neue Abteilung, die der Touristik- und Hobbyradfahrern, weil der Radsport neue Begeisterte fand. Es kamen Radsportfreunde aus der ganzen Region zum Radfahrverein Bamlach. Große Verdienste erwarben bei der Vereinserneuerung Viktor Höferlin und Hubert Schladerer, wobei letzter genannte sich insbesondere dem Jugendradsport annahm.
Am Neubeginn mitbeteiligt waren außerdem Paul Fräulin, Siegfried Dannmeyer, Rolf Sütterlin und Tony Elsäßer. So erfährt der Verein wieder eine Blüte mit über 200 Mitgliedern.

Es ergaben sich zahlreiche große Radsportveranstaltungen wie 1979 die Deutsche Meisterschaft für Damen und Mädchen, dem internationalen Damenetappenrennen, den internationalen „Bamlacher Radsporttagen“ und dem „Grünen Band“ Bundesligarennen 1988, die dem Radsport und dem Ort einen Namen über die Region hinaus gegeben haben. Zur seit 1984 bestehenden Jugendabteilung, aus der 1989 der Deutsche Vizemeister im Viererzeitfahren hervorging, kann jüngst die Abteilung Kunstradfahren hinzu. Hoffen wir, dass alle Radsportfreunde zum Jubiläum wieder schöne, mit dem Rad verbundene gesellige Stunden bei Wein Sport und Musik verbringen können.

 

1990 / Bericht von Josef Stächele

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